Kristallpalast

Kristallpalast Magdeburg

Das Etablissement mit großem Garten öffnete bereits Ende des 19. Jahrhunderts, damals noch außerhalb der Stadtgrenzen. Obwohl das Magdeburger Kabarett „Die Kugelblitze“ den Kristallpalast seit den 1970er-Jahren als feste Spielstätte nutzte, musste er 1986 baupolizeilich gesperrt werden.

Kristallpalast

Kristallpalast Magdeburg

Der Kristallpalast war ein großer Konzert- und Ballsaal in Magdeburg. Das im Stadtteil Magdeburg-Leipziger Straße befindliche Gebäude besteht heute nur noch als Ruine.

Ab dem Sommer 1889 wurde vor den Toren Magdeburgs an der nach Leipzig führenden Landstraße ein als zwei Gartenpavillons mit Colonaden bezeichnetes Gebäude errichtet. Bauherr war die Kaiserbrauerei A. & W. Allendorff Schönebeck (Elbe). Am 9. Juni 1892, einem Pfingstsamstag, wurde der Kristall-Palast eröffnet.

Das direkt an der Straße errichtete Gebäude umfasste Gesellschaftssäle und einen Speisesaal. 1891 wurde dahinter noch ein großer Saal errichtet, so dass das ursprüngliche Gebäude zum Vorderhaus wurde. Der Saal enthielt Musikbühnen, einen Anbau für die Küche und Veranden. Insgesamt hatte der Saal 2710 Plätze.

Der Kristallpalast wurde zu einem der wichtigsten Veranstaltungszentren der Region Magdeburg. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Kristallpalast zunächst mit dem Slogan Kristall-Palast Leipziger Straße, Größter Konzert- und Ballsaal der Provinz Sachsen und später mit Kristall-Palast Magdeburg, Haus der vornehmen Gesellschaften beworben.

Anders als bei anderen Veranstaltungsgebäuden im schwer kriegszerstörten Magdeburg hielten sich die Kriegsschäden am Gebäude in Grenzen. Ab 1946 wurden die Schäden beseitigt. Am 26. November fand die Wiedereröffnung statt. 1953 wurde das erste Varieté-Programm unter dem Titel Kristallpalast ganz groß! aufgeführt. In den nachfolgenden Jahren fand im Kristall-Palast eine Vielzahl von Auftritten bekannter Künstler statt.

1978 wurde das Gebäude zur ständigen Spielstätte des Kabaretts Die Kugelblitze umgerüstet. Die in der Zeit der DDR erfolgte mangelhafte Unterhaltung des Gebäudes führte jedoch dazu, dass der Kristall-Palast 1986 baupolizeilich gesperrt werden musste. Seitdem findet eine Nutzung nicht mehr statt und das Gebäude ist dem Verfall preisgegeben.

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