Heeres Luftnachrichten Schule

Heeres Luftnachrichten Schule

Heeres Luftnachrichten Schule. Gezeigt wird eine monumentale Anlage aus Unterrichts-, Mannschafts-, Kasino-, Werkstatt- und Garagenbauten.

Heeres Luftnachrichten Schule

Heeres Luftnachrichten Schule Halle Saale

Mannschafts- und Offizierswohnhäuser sind als gartenstadtartiges Ensemble angelegt.
Architekt Ernst Sagebiel. Erbaut 1936-37.
Später bis 1989 von der Roten Armee als Garnison genutzt.

Die Bauten der Heeres- und Luftwaffennachrichtenschule und der zum Standort gehörenden General-Maercker-Kaserne wurden zwischen 1934 und 1937 nach Entwürfen von Ernst Sagebiel errichtet. Sie befinden sich in Halle (Saale) im Stadtteil Heide-Süd an der Heideallee.

Im Rahmen der zunächst geheimen Aufrüstung der Wehrmacht wurde ab 14. Oktober 1934 der Bau einer neuen Heeres- und Luftwaffennachrichtenschule in Halle (Saale) geplant und umgesetzt. In der sehr kurzen Bauzeit bis zur Nutzung der ersten Gebäude ab 1935 erfolgten Materialtransporte per Bahn, für die von der Halle-Hettstedter-Eisenbahn ein Anschlussgleis zur Schule verlegt worden war. Insgesamt wurden 160 Gebäude mit ca. 1,2 Mio. m³ umbautem Raum errichtet.

Die Heeres Luftnachrichten Schule sollte Bestandteil des Aufbaus einer modernen Luftwaffe im Zuge der Kriegsvorbereitungen des Deutschen Reichs werden. Um die Aktivitäten in Halle zu verschleiern, erfolgte die Planung der Gebäude zunächst unter dem Deckmantel des Baus einer „Nudelfabrik“.

1935 bezog die bis dahin in Jüterbog stationierte Heeresnachrichtenschule den Standort. Die dadurch in Dienst genommene Heeres- und Luftwaffennachrichtenschule trennte man 1936 am selben Standort wieder auf die beiden Wehrmachtteile Heer und Luftwaffe auf. Zur Luftwaffennachrichtenschule gehörte auch der für militärische Nutzung umgewidmete Fliegerhorst Halle-Nietleben. Er unterstand dem Flughafenbereichskommando 7./III (Großenhain/Sachsen) des Luftgau-Kommando III (Berlin).

Von 1935 bis 1937 befand sich am Standort zudem die Luftnachrichten Lehr- und Versuchs-Abteilung, die danach nach Köthen verlegt wurde. In der General-Maercker-Kaserne war das Flakregiment 33 der 2. Flak-Division stationiert.

Erster Kommandeur der Schule war von 1934 bis 1936 Generalmajor Ernst Sachs.

Im April 1945 wurde Halle weitgehend kampflos von der 104. US-Infanterie-Division der 9. US-Armee eingenommen und Schule und Kaserne von dieser sowie Teilen der 7. US-Panzer-Division übernommen.

Ab etwa Juli 1945 übernahm die 8. Gardearmee der sowjetischen Besatzungstruppen die Kaserne. Halle war Hauptquartier und Standort der 27. Garde-Mot.-Schützendivision. Bis zu 9.000 Soldaten waren am gesamten Standort Halle stationiert. Im westlichen Teil der Liegenschaft befand sich vermutlich seit Mitte der 1960er Jahre eine Bewegliche Raketentechnische Basis, Feldpostnummer 38673. Diese war unter anderem für die Lagerung, die Wartung und den Transport für nukleare Gefechtsköpfe für das System Luna und Totschka zuständig. Somit lagerten wahrscheinlich mehr als 20 Jahre lang Atomwaffen in Halle. Eventuell 1989, spätestens jedoch 1991 wurden die Kernsprengköpfe abgezogen, die sich bis dahin in zwei erdüberdeckten Bunkern befanden. Nach der deutschen Wiedervereinigung zogen bis Juli 1991 infolge des Zwei-plus-Vier-Vertrages die sowjetischen Truppen aus Halle ab.

1994 erwarben die Stadt Halle (Saale) und das Land Sachsen-Anhalt den Standort aus dem Bundesvermögen. Ab 1995 entstanden nach der Sanierung des z. T. sehr schadstoffbelasteten Standortes im Bereich des Kasernengeländes Teile des neuen Wohngebietes Heide-Süd. Die denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Nachrichtenschule wurden ebenfalls saniert und werden nunmehr durch verschiedene Fachbereiche der Martin-Luther-Universität sowie für zahlreiche universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen am Weinberg Campus genutzt.

Quelle: Wikipedia

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