Verfallene Mühle in Leipzig

Verfallene Mühle in Leipzig – Kunstmühle Zickmantel

Erstmals wurde die verfallene Mühle in Leipzig im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt.

Verfallene Mühle Leipzig - Lost Places Leipzig - Urban Exploration Sachsen Mühle

Verfallene Mühle Leipzig – Lost Places Leipzig – Urban Exploration Sachsen Mühle

Die damaligen Gutsherren errichteten eine Wassermühle mit großem Wasserrad und bauten in die Elster zwei Wehre, um das Wasser zu regeln. Selbst von auswärts kamen die Bauern, um in Großzschocher ihr Korn mahlen zu lassen.
Nachdem am 1. Januar 1865 Anton Zickmantel als Teilhaber eingetreten war, wurde die Mühle in den Jahren 1865 und 1866 erneuert und bedeutend vergrößert.

Nicht unerwähnt sei an dieser Stelle, dass die Firma Zickmantel und Schmidt einschließlich Rechtsnachfolger für eine große Anzahl von Menschen über Jahrzehnte hinweg ein bedeutender Arbeitgeber war. Die gesetzliche Enteignung des gesamten Besitzes der Familie Zickmantel erfolgte im Jahr 1945.

Im Jahr 1969 wurde die Mühle verkauft und fortan zur Lagerung und Herstellung von Futtermitteln genutzt, bis zur Wende 1989. Mit Auflösung der LPG in den 1990er Jahren bedeutete dies auch das „Aus“ für die Mühle.

Seit dem Mittelalter sind Mühlen in Leipzig nachgewiesen. Es waren Wassermühlen, und sie lagen alle westlich und nahe der Stadt. Das Betriebswasser wurde durch Mühlgräben aus dem überschwemmungsgefährdeten Auegebiet von Pleiße und Weißer Elster herangeführt. Da bis ins 19. Jahrhundert die Wasserkraft die wichtigste Energiequelle war, dienten die Mühlen nicht nur als Getreidemühlen, sondern auch zum Antrieb verschiedener anderer Gewerke. Darüber hinaus gewährten die Regulierung der Wehre und Abwurfgräben sowie deren Pflege auch einen gewissen Hochwasserschutz.

Die wichtigsten Mühlen waren von Süd nach Nord die Nonnen-, die Thomas-, die Barfuß- und die Angermühle. Mit dem Spruch: „Thomas ging barfuß mit ’ner Nonne über’n Anger“ lernten die Leipziger Kinder ihre Namen.

Wegen des geringen Gefälles der Flüsse in der Leipziger Gegend hatten alle Mühlen unterschlächtige Wasserräder. Die Mühlen waren, obwohl nach dem Wachsen der Stadt bereits innerhalb des Stadtgebietes gelegen, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und in einem Falle noch darüber hinaus in Betrieb.
Mit der Eingemeindung der umliegenden Dörfer kamen weitere Mühlen zur Stadt, von denen die meisten heute aber ebenfalls nicht mehr betrieben werden. Bis zur Aufhebung des Mahlzwangs und der Einführung der Gewerbefreiheit (in Sachsen 1838 bzw. 1861) blieb das Mühlengewerbe streng reglementiert. Die Mühlen gehörten zunächst den jeweiligen Grundherren. Das konnten Gutsbesitzer oder Klöster (Angermühle, Nonnenmühle), aber auch die Stadtgemeinde sein. Während der Mühlbann den Einzugsbereich einer Mühle schützte, indem er den Bau weiterer Mühlen in dem betreffenden Gebiet untersagte, verpflichtete der Mahlzwang die Bauern, ihr Getreide in einer bestimmten Mühle mahlen zu lassen.

Quelle: Wikipedia

Mehr Lost Places in Leipzig

Kommentare sind geschlossen.