Motorenwerk der Sowjetarmee – Olbricht Kaserne

Motorenwerk der Sowjetarmee – Olbricht Kaserne

Olbricht Kaserne. Ab 1895 entstanden an der heutigen Olbrichtstraße / Max Liebermannstraße etliche Kasernen, die beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs gut 8000 Soldaten beherbergten.

Werk Motor Olbricht Kaserne

Werk Motor Olbricht Kaserne

Das Werk „Motor“ der ehemaligen Sowjetarmee auf dem Gelände der Heeresbäckerei.

Sie gehörten unter anderem dem Trainbataillon 19 an (ein Bataillon mit Nachschub-, Verpflegungs- und Verwaltungsaufgabe), zum Divisionsgericht oder zur Garnisonverwaltung. Es entstand eine Heeresbäckerei und diverse Silogebäude.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zogen in weite Teile der Anlage die Artellerie und Infanterie ein. Und nach 1945 übernahm die Rote Armee (bzw. später GSSD) etliche Kasernengebäude plus einiger Nutzbauten. Seither wurden in den riesigen Hallen schwere Maschinen und Fahrzeuge gewartet. Durch den mit den Arbeiten an den Panzer- und Turbomotoren verbunden Lärm entstand der umgangssprachliche Name „Motor Werk“. 1991 zog die GSSD ab, wobei Teile des Komplexes bis 1994 noch an eine russische Firma verpachtet war.

Da die Russen den riesigen Kasernenkomplex nicht gänzlich nutzen, siedelte sich dort – nämlich in der ehemaligen Heeresbäckerei mit ihren Mühlen – der VEB Getreidehandel (VEB Backwarenkombinat Leipzig) an. Er produzierte noch über die Zeit der Wende hinaus, musste aber auch bald seine Tore schließen.

Leipzig, 1890.
Der Neubau ausgedehnter Kasernenanlagen im Norden der Messestadt erfordert den Bau eines Infrastruktur- und Logistikzentrums.
Entlang der Heerstrasse (heute Olbrichtstrasse) baut das Militär u.a. ein Wasserwerk mit zwei Speichertürmen, ein Bekleidungsamt, ein Gerichtsgebäude nebst Gefängnis, ein Lazarett und eine Heeresbäckerei. Dazu kamen noch Speichergebäude. In unmittelbarer Nähe bezog ein Trainbattalion mit angeschlossenen Pferdelazarett Quartier. Eine Weiche im MTh- Gleis schloß das Areal an das Eisenbahnnetz an.

Nach 1945 teilten sich Rote Armee, NVA und Zivilbetriebe in die Nutzung der verschiedenen Anlagen.

Ab 1990 erfolgten ein weitere Nutzerwechsel: die Objekte der abgezogenen Russen und der inzwischen nicht mehr existierenden Betriebe bröckeln vor sich hin. Dagegen hatte die Bundeswehr die NVA- Objekte übernommen und die alten sächsischen Gebäude aufwendig saniert.

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