Lübecker Vereinsbrauerei

Lübecker Vereinsbrauerei

Gegründet 1907. 1920 von Lück übernommen.
Die Lübecker Vereinsbrauerei Lück wurde von ihrem letzten Eigentümer, der Hamburger Bavaria – St. Pauli .- Brauerei geschlossen.

Lübecker Vereinsbrauerei

Vereinsbrauerei Lübeck

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Die Lübecker Vereinsbrauerei wurde 1907 gegründet, im gleichen Jahr entstanden die Werksgebäude. 1920 wurde die Brauerei von Jürgen-Heinrich-Christian Lück übernommen, der das Brauwesen der Stadt dominierte. Die Gebäude dienten auch nur bis 1920 als Brauerei, der Wasserturm verlor vermutlich auch dann schon seine Funktion. Es folgten wechselnde Nutzungen, unter anderem eine Butterfabrik und eine Reifenneugummierungsfabrik. In den letzten Jahren befanden sich eine Autoreparaturwerkstatt, Arztpraxen, Büros und Wohnungen in den Gebäuden. 2010 stehen sie jedoch zu großen Teilen leer und ein baldiger Abriss ist zu befürchten.

Vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit hatte Lübeck etwa 180 Brauhäuser. Sie befanden sich im historischen Stadtkern. 1407 arbeiteten im Johannis-Quartier 57 Brauer, im Jakobi-Quartier waren es zehn, die höchste Zahl hatte das Marien-Magdalenen-Quartier mit 65. Weitere etwa 40 Brauhäuser befanden sich im übrigen Stadtgebiet. Mit Wasser versorgt wurden sie von der Lübecker Brauerwasserkunst.

Die Brauhäuser des Mittelalters waren meist zweigeschossig. Erst im 16. Jahrhundert entstanden die mehrgeschossigen Brauhäuser mit Treppengiebel.

Das Braurecht war an das Haus gebunden, nicht an den Brauer. Neue Brauhäuser durften nur mit Genehmigung des Stadtrats errichtet werden, auch die Zustimmung der Nachbarn war erforderlich. Die Stadt löste 1864 die letzten Braugerechtigkeiten ab, zu diesem Zeitpunkt waren es noch 93.

Im frühen 15. Jahrhundert wurde Stadtbier, Stopbier und Exportbier gebraut. 49 Brauer stellten 1407 Stadtbier her, 30 Stopbier. Das Exportbier von 100 Brauereien ging vornehmlich in den Ostsee-Raum sowie nach England, Holland und Flandern, in der frühen Neuzeit sogar bis Ostindien.

Im 16. Jahrhundert war eine Konzession des Rats erforderlich. Das Oberstadtbuch verzeichnete 182 Brauhäuser. 22 wurden darin als Brauhaus bezeichnet, 112 waren Rotbräuhäuser, die Exportbier herstellten, 48 Weißbrauhäuser produzierten Stadtbier. Als Brauhaus wurde etwa ein Gebäude in der Beckergrube genutzt, in dem sich heute das Sterne-Restaurant Wullenwever befindet.

Der Bierexport sank seit dem späten 17. Jahrhundert; das Braugewerbe schrumpfte. 1865 löste der Rat die Brauerzunft auf. Bedingt durch die Mechanisierung entstanden mehrere größere Brauereien.

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