SED Parteischule im Harz – NAPOLA

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SED Parteischule – NAPOLA

Im Harzes gelegen, steht versteckt im Wald der gigantische Gebäudekomplex der ehemaligen „nationalpolitischen Erziehungsanstalt Anhalt“. Die NPEA, im Volksmund bis heute Napola genannt, war eine von 39 Internatsoberschulen, die nach der nationalsozialistischen Machtergreifung gegründet worden waren.

SED Parteischule im Harz NAPOLA Ballenstedt

SED Parteischule im Harz

Nach der Gründung der DDR nutzte die SED das Areal als Parteischule. So absolvierten von 1956 bis 1989 über 16.000 Parteimitglieder die einjährigen Lehrgänge der „Bezirksparteischule Wilhelm Liebknecht“.

Bis 2005 wurde die SED Parteischule von unterschiedlichen Institutionen genutzt. Dann zogen alle Bildungseinrichtungen aus. Außer ein paar Sportvereinen, deren Mitglieder dort trainieren, ist das Gelände heute verwaist. Seit Mitte der neunziger Jahre steht die Anlage unter Denkmalschutz. Ein Abriss kommt aber nicht in Frage, doch wie eine künftige Nutzung aussehen könnte, weiß niemand.

Die „Nationalpolitische Erziehungsanstalt Anhalt“ (abgekürzt NPEA Anhalt, landläufig meist Napola genannt) war eine von 39 Internatsoberschulen, die nach der nationalsozialistischen Machtergreifung von 1933 gegründet wurden. Die in Ballenstedt war der einzige Neubau einer solchen Schule. 1936 war Grundsteinlegung, die Bautätigkeit dauerte viele Jahre. Erst im Oktober 1942 wurde das Lehrgebäude seiner Bestimmung übergeben. 1943 übernahm die NPEA Anhalt den Schulbetrieb der Klosterschule Ilfeld, die seit 1934 ebenfalls als NPEA genutzt worden war.

In der Elite-Einrichtung wurden bis 1945 mehr als 350 Schüler zu leistungsstarken, linientreuen Nationalsozialisten erzogen. Mit Ende des Dritten Reiches, nach neun Jahren Nutzung, wurde die Napola in Ballenstedt 1945 aufgelöst.

Nach der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik nutzte die staatstragende Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) das Areal als Bezirksparteischule. Von 1956 bis 1989 – also in einer Zeitspanne von 33 Jahren – absolvierten mehr als 16.000 SED-Parteimitglieder aus den DDR-Bezirken Halle (bis 1989) und Magdeburg (bis 1975) dort einjährige Lehrgänge der „Bezirksparteischule Wilhelm Liebknecht“. Während der Zeit des Studiums in Ballenstedt bekamen sie 80 Prozent ihres vorherigen Nettogehalts als Stipendium.

Die SED-Bezirksparteischulen hatten die Aufgabe, Nachwuchskräfte ideologisch zu potenziellen Führungskräften im DDR-Partei- und Staatsapparat auszubilden. Sie waren nach der Parteihochschule „Karl Marx“ in Berlin die zweithöchsten Kaderschmieden der Staatspartei.

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