RAW Zwickau Reichsbahnausbesserungswerk

RAW Zwickau Reichsbahnausbesserungswerk 7. Oktober

Das RAW Zwickau Reichsbahnausbesserungswerk wurde 1894 von der damaligen Königlich Sächsischen Staateisenbahn geplant. Der Bau begann am 22. August 1903. Kurz vor der Weltwirtschaftskrise hat das RAW bereits 2000 Mitarbeiter. Das Gelände ist riesig und entspricht der Größe von 30 Fußballfeldern. Auch die Ausbesserungshallen haben gigantische Ausmaße.

RAW Zwickau Reichsbahnausbesserungswerk 7. Oktober

RAW Zwickau Reichsbahnausbesserungswerk 7. Oktober

Im zweiten Weltkrieg wurde das Werk von den Alliierten bombardiert und zum Teil schwer beschädigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk wiederaufgebaut.  Lokomotiven und Transportmöglichkeiten von enormer Bedeutung zum Wiederaufbau des Landes. 1950 erhielt somit das RAW den Beinamen 7. Oktober. Zuletzt waren dort 3300 Mitarbeiter beschäftigt. 2001 wurde die Schließung des Werkes durch die Deutsche Bahn AG (DB) beschlossen. 2004 wurde das RAW Zwickau Reichsbahnausbesserungswerk geschlossen. Heute ist es ein Lost Place für Urban Exploration Auf dem Gelände soll der JVA Neubau in Zwickau Marienthal entstehen.
Bis Ende 2015 sollen alle Gebäude wohl dem Erdboden gleich gemacht sein.

Um 1920 herum stand das RAW Zwickau Reichsbahnausbesserungswerk fast vor der Pleite, die Rettung nahte jedoch durch den anschließenden Aufschwung in den Dreißigern. Der Aufschwung führte gar zum Ausbau des Werkes, so dass nicht nur die innere Infrastruktur verbessert, sondern auch die Bedingungen für Mitarbeiter durch neue Sozialräume gesteigert werden konnten. Den zweiten Weltkrieg überstand das Ausbesserungswerk nur mit großen Schäden, so fand am 13. Mai 1944 das erste Bombardement auf das Gelände statt, ein zweiter großer Schlag erfolgte am 7. Oktober 1944 bei dem weite Teile dem Erdboden gleichgemacht wurden. Mehrere Mitarbeiter und Kriegsgefangene verlieren dabei ihr Leben.
Da das Ende des 2. Weltkrieges den erneuten Einsatz von Lokomotiven und Waggons forderte, wurde das Ausbesserungswerk schnell beinahe vollständig wieder hergerichtet. Zum Wiederaufbau deutscher Städte mussten tausende Lokomotiven und Güterwaggons repariert werden, so stieg parallel dazu auch die Zahl der Mitarbeiter stetig an. In der DDR bekam das Werk in Zwickau einen neuen Namen, hieß es nun fortan „7. Oktober“! Ab dem Jahre 1967 wird man sogar Alleinhersteller für 10 & 20 Fußcontainer in der Deutschen Demokratischen Republik. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass am 13. Dezember 1968 die letzte Lokomotive das Werk verlassen hat, womit sie sich in knapp 12.000, über die Jahrzehnte, reparierten Lokomotiven einreihte.
Mit gut 3.300 Mitarbeitern war der Zwickauer Werk dennoch gut aufgestellt. Wie so oft sollte sich das aber mit dem Ende der roten Herrschaft über den Osten Deutschlands ändern. 1992 schloss man die Containerproduktion und entließ hunderte Mitarbeiter. Doch das sollte nicht das Ende sein, versuchte die Deutsche Bahn als neuer Eigentümer das Werk durch eine millionenschwere Finanzspritze als Güterwagenreparaturwerkstatt zu erhalten, vergebens. Im Jahre 2001 beschloss man im Vorsitz der Deutschen Bahn die Schließung des Werkes, 2004 verließen die letzten Mitarbeiter endgültig das Gelände.

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