Farbchemie Quedlinburg

Farbchemie Quedlinburg

Der VEB Farbchemie in Quedlinburg stellte Klebstoffe und Kitte her. Von dort kam auch der Citocol Haushaltsfarbstoff. Das waren Farbtabletten, um zum Beispiel Baumwolle, Dederon, Leinen, Polyamid, Seide oder Viskose zu färben.

Farbchemie

VEB Farbchemie in Quedlinburg

Nach dem Ende der DDR 1990 bekam der Alteigentümer (Wilbra Chemie) das Objekt zurück. Anfang 2004 war mit der Chemie an dem Standort endgültig Schluss.

Auf dem 13.000 Quadratmeter großen Grundstück wurden seither wiederholt Brände gelegt, gleich mehrere waren es im Jahr 2010. Im Dezember 2012 kündete noch ein Schild von den einstigen Aktivitäten der Wilbra-Chemie GmbH: Berliner Holzkaltleim, Kaschierklebstoffe, Klebstoffe für Bauindustrie und Heimwerker, Verpackungs- und Papierklebstoffe, Montage- und Flächenleime für Holzwerkstoffe.

Der Apotheker Wilhelm Brauns aus Brome bei Gifhorn nahm 1874 die Herstellung von Stofffarben auf.  Brauns zieht nach Quedlinburg um und baut dort mit Josef Weller eine Anilinfarben-Fabrik auf. Vor dem Ersten Weltkrieg erweitert Brauns das Sortiment auf Farben für Leder, Bohnerwachs, Kerzen und Seifen sowie Nahrungs- und Genussmittel. Mittel zum imprägnieren, Flecken entfernen und Entfärben kommen in den 1920er Jahren hinzu. Ab 1959 läuft der Betrieb in der DDR mit staatlicher Beteiligung weiter bis zur vollständigen Verstaatlichung 1972 und produziert unter anderem Holzbeize. Der Betrieb ist nun zunehmend als Klebemittelhersteller gefordert. Die Teilung Deutschlands hat das Unternehmen indes bewogen, bereits 1946 auch in München eine Wilbra-Chemie aufzubauen, die schon 1952 nach Bad Aibling umzieht. 1969 fusioniert Brauns mit seinem Konkurrenten Heitmann. Das neue Unternehmen bringt 1977 die ersten kochechten Textilfarben der Welt heraus. Seit 1993 ist der Firmensitz in Warburg.

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