Kernkraftwerk Greifswald Lubmin KKW Block 6

Kernkraftwerk Greifswald Lubmin

Von weitem ist die Ähnlichkeit der 8 Reaktorgebäude vom Kernkraftwerk Greifswald mit der Anlage in Fukushima erschreckend groß. Steht man direkt vor Block 6, kommt Angst auf.

Kernkraftwerk Greifswald Lubmin KKW Block 6

Kernkraftwerk Greifswald Lubmin KKW Block 6

50 Meter ist das Gebäude hoch. So gigantisch sah das Kernkraftwerk in der Berichterstattung zu dem Reaktorunglück in Japan nicht aus. 50 Meter Höhe und 10.000e Tonnen Stahlbeton einzig dafür errichtet, damit ein Störfall nicht zum Super GAU wird. Angeblich kann der Nasskondensator unbegrenzt viel radioaktives Gas-Dampf-Gemisch aufnehmen und so den Austritt in die Umwelt verhindern. Welch ein fataler Irrglaube, wenn wir uns an die Bilder vom Kernkraftwerk Fukushima erinnern, wo verzweifelte Einzatzkräfte versuchen, den gebrostenen Reaktorblock zu kühlen.
Hier nun einzigartige Urban Exploration Bilder vom Kernraftwerk Lubmin in der Nähe von Greifswald. Gezeigt wird die russische Druckwasserreaktoranlage von Block 6. Zwischen 1968 und 1979 wurden die Reaktoren des Typs WWER-440/230 errichtet und deckten bis 1990 mit jeweils 440 MW ca. 10 % des Energiebedarfs der DDR.
Block 5 war im Probelauf und Block 6 ist komplett ausgestattet und „ready to work“. Er ist aber nie ans Netz gegangen. Die Reaktoren 7 und 8 wurden nie fertig gestellt. Die Reaktoren 1-5 werden zurückgebaut. Jetzt sind nur noch die Abklingbecken in Betrieb.
1975 kam es zu einem Störfall in Block 1, der von der IEAO zuerst in INES 4 und später in INES 3 eingestuft wurde.

BLOCK 6 hat Wanddicken bis zu 1,30 Meter, die Decken im Kernkraftwerk sind bis zu 2 Meter stark. 5.000 Tonnen Bewehrungsstahl und 10.000 Tonnen Stahlblech wurden verbaut. Das entspricht 200 Kilogramm Eisen pro Kubikmeter Beton.
Gezeigt werden einzigartige Bilder vom Geberraum, dem Beckenkühler, den Zuspeisepumpen, Schleusen, dem Bedienkorridor, der Venitlkammer, dem Lüftergeschoss, dem Pumpenringraum mit Hauptumwälzpumpe und dem Reaktorraum. Im Reaktorraum wird die kontrollierte Kettenreaktion durch die Kernspaltung von Uran 235 erzeugt. Im Reaktor befinden sich 312 Arbeitskassetten – Brennelemente – und 47 Regelgassetten. Durch das Hinein- und Herausfahren der Regelkassetten lässt sich die Reaktor Leistung steuern. Hineinfallen lassen bewirkt die Schnellabschaltung vom Reaktor.
Weitere Bilder zeigen die Nasskondensation – ein passives Sicherheitssystem, das die Freisetzung von Radioaktivität in die Umwelt verhindern soll. Mit 50 Meter Höhe fasst das Gebäude 60.000 Kubikmeter Gas-Dampf-Gemisch.
Die letzten Bilder zeigen die Schaltzentrale der Reaktorsteuerung und die Schnellabschaltung im Kernkraftwerk Greifswald.
Vor dem Hintergund des Super GAU in Fukushima und Tschernobyl ist BLOCK 6 des KKW Greifswald ein wahrlich beeindruckender Lost Place.

 

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